Einfamilienhaus in der Wedemark

Mit dem Prädikat „KfW-Effizienzhaus 100“ kann sich seit Kurzem ein Einfamilienhaus in Bissendorf schmücken. Das Haus von 1976 ist nach der Modernisierung kaum wiederzuerkennen – auch was die Energieverbrauchswerte angeht. Die Eigentümer, Susanne Thoms und Andreas Klein, haben energetisch wie architektonisch so viel wie möglich herausgeholt. Im Rahmen des KfW-Darlehensprogramms „Energieeffizient Sanieren“ wurden sie von der hannoverschen Architektin und Energieberaterin Gabi Oswald beraten, die die entsprechenden Berechnungen angestellt hat und auch die von der KfW geforderte Abnahme der Modernisierung vornehmen wird.

Die gesamte Planung und Bauleitung lagen in den Händen der Bauherrin, denn Susanne Thoms ist selbst Architektin. „Ohne Fachleute geht es trotzdem nicht. Die Berechnungen, die Frau Oswald gemacht hat, hätte ich nicht so ohne Weiteres hinbekommen. Für die Aufstockung des Daches war überdies ein Statiker gefragt.“

Sieben Container Schutt sind gefüllt worden, bis das alte Haus völlig entkernt war und damit bereit für eine Rundumerneuerung – mit offener Raumaufteilung unten und einem komplett neuen Wohnraum darüber. Das in Holzrahmenbauweise errichtete Dachgeschoss bietet Platz für zwei Kinderzimmer mit Galerien und ein Elternschlafzimmer sowie eine weitere Galerie, die ein offener Arbeitsplatz werden soll.

Der Aufbau des Daches war ein Erlebnis: in nur einem Tag hievte ein Kran Holzrahmenwände auf die Dachplatte, anschließend schwebten die einzelnen, perfekt geplanten Dachsparrenteile in ihre Positionen. Über einen Teil des 12,5 Meter langen Hauses spannt sich zur Gartenseite außerdem ein Flachdach, das begrünt werden soll.

„Die ökologische Bauweise war uns wichtig“, sagt Susanne Thoms. „Darum haben wir uns bei der Dämmung des verklinkerten Massivbaus ebenfalls für Holzdämmplatten mit einer Holzständerkonstruktion entschieden.“ 3-Scheiben-Wärmeschutzfenster mit einem Gesamt-U-Wert von 0,9 sorgen mit dafür, dass möglichst wenig Wärme verloren geht. Hinzu kommt eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Auf die freut sich besonders Andreas Klein, denn der Staubfilter wird dem Allergiegeplagten das Atmen angenehmer machen.

Vorerst bleiben durfte der erst 5 Jahre alte Öl-Niedrigtemperaturkessel des Vorbesitzers. Eine erweiterte Kollektorfläche und ein größerer Warmwasserspeicher für die solare Heizungsunterstützung bleiben eine Option für die Zukunft. „Später kann man Photovoltaik hinzunehmen, denn das Dach ist groß genug“, sagt Oswald, die auch hinsichtlich Solartechnik in Bissendorf beraten hat. „Der selbst erzeugte Strom wird immer kostengünstiger sein als der gekaufte“, betont sie.

Text + Fotos: Klimaschutzagentur Hannover


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